Zweiter Horst Haas und Irene Haas-Scheuermann Kunstpreis der Heussenstamm-Stiftung geht an Franziska Kneidl
Die in Frankfurt am Main lebende Künstlerin Franziska Kneidl erhält den zweiten Horst Haas und Irene Haas-Scheuermann Kunstpreis der Heussenstamm-Stiftung. Die Preisurkunde wird ihr von der Kultur- und Wissenschaftsdezernentin Dr. Ina Hartwig, zugleich Vorstandsvorsitzende der Heussenstamm-Stiftung, überreicht.
Mit dem Preis würdigt die Heussenstamm-Stiftung Kneidls eigenständiges und vielschichtiges Werk, das sich an der Schnittstelle von Malerei, Skulptur und Raum bewegt. Aus bemalten und gefärbten Papier- und Folienbahnen entwickelt die Künstlerin lebensgroße, frei im Raum hängende Figuren und räumliche Gebilde. Durch Faltung, Drapierung und die Überführung der bemalten Fläche in den Raum entstehen fragile Körper, die zugleich körperlich präsent und merkwürdig immateriell wirken. Kneidls Arbeiten bewegen sich dabei zwischen Hülle und Körper, Bild und Skulptur, Verletzlichkeit und Widerstandskraft.
Im Rahmen der mit dem Preis verbundenen Ausstellung wird Franziska Kneidl in diesem Jahr erstmals eine über vier Meter hohe, begehbare Figur präsentieren, die eigens für die Räume der Heussenstamm-Stiftung entsteht. Ergänzt wird die Ausstellung durch eine neue Serie lebensgroßer Wandreliefs. Damit gibt die Künstlerin einen umfassenden Einblick in ihr aktuelles Schaffen und führt ihre Auseinandersetzung mit dem Verhältnis von Malerei, Körper und Raum weiter. Die Erweiterung ihrer Malerei in den dreidimensionalen Raum steht dabei ebenso im Mittelpunkt wie die Frage, wie sich Körper und Bild zueinander verhalten und gegenseitig bedingen.
Zum Kunstpreis
Der 2023 etablierte Horst Haas und Irene Haas-Scheuermann Kunstpreis der Heussenstamm-Stiftung richtet sich an freiberuflich tätige Frankfurter Kunstschaffende, die über ein arriviertes Werk verfügen und mindestens das 55. Lebensjahr vollendet haben. Der Preis wird alle drei Jahre vergeben und ist mit einem Preisgeld von 10.000 Euro, einer Katalogpublikation sowie einer Ausstellung bei Heussenstamm-Stiftung dotiert. Benannt ist der Kunstpreis nach dem Stifterpaar Haas-Scheuermann, deren 2007 ins Leben gerufene Stiftung den Preis vollumfänglich finanziert.
Zur Preisträgerin
Franziska Kneidl (*1967 in Bochum) wuchs in einem künstlerisch geprägten Umfeld in Berlin auf – als Tochter des bedeutenden Bühnenbildners Karl Kneidl und einer Theaterfotografin wurde ihr der Sinn für den dramatischen Raum quasi in die Wiege gelegt. Nach einer Ausbildung zur Theatermalerin an den renommierten Münchener Kammerspielen absolvierte sie ein Studium der Freien Malerei an der Städelschule in Frankfurt am Main bei Prof. Christa Näher.
Heute lebt und arbeitet Kneidl in Frankfurt. Ihre Arbeiten wurden in zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland gezeigt und befinden sich in öffentlichen und privaten Sammlungen. Zu ihren institutionellen Präsentationen zählen unter anderem das MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main und das Museum Angewandte Kunst Frankfurt, wo eine ihrer Arbeiten dauerhaft zu sehen ist.