Heussenstamm-Galerie
Braubachstraße 34
60311 Frankfurt am Main

069.131 00 16
info(at)heussenstamm.de

Öffnungszeiten
Di. bis Sa. 12 bis 18 Uhr

Unsere Partner:

Wir möchten Sie darauf aufmerksam machen, dass bei unseren Eröffnungen Fotos gemacht werden, die wir für Kommunikationsaufgaben (social media usw.) verwenden.
Mit Ihrer Teilnahme erklären Sie sich mit der Veröffentlichung einverstanden.

„Der einzige Ort, in dem die Vergangenheit leben kann,
ist die Gegenwart.“

Giorgio Agamben

Der Stifter Dr. Karl Heussenstamm

4. Juni 1835 Geburt in Frankfurt am Main

1852 Beginn des Jurastudiums in Heidelberg

1855 Promotion in Göttingen

1856 Niedergelassener Rechtsanwalt in Frankfurt am Main

ab 1873 Stadtverordneter

1877 Vorsitzender der Stadtverordnetenversammlung

1880 – 1899 Bürgermeister der Stadt Frankfurt am Main

ab 1899 Beendigung der Berufstätigkeit

1891 – 1913 Mitglied des Kommunallandtags von Wiesbaden und Hessen-Nassau

29. Juli 1913 Verstorben in Frankfurt am Main

Dr. jur. Karl Heussenstamm

Karl Jakob Moritz Heussenstamm war der letzte Namensträger einer seit dem frühen 17. Jahrhundert in Frankfurt lebenden Schreinerfamilie. Erst der Vater, Georg Jakob Heussenstamm, wurde Jurist in der städtischen Verwaltung. Heussenstamm selbst studierte ebenfalls Rechtswissenschaften und trat in den Dienst der Stadt ein. Er war von 1872 bis 1880 Stadtverordneter und wurde dann neben Oberbürgermeister Dr. jur. h.c. Johannes von Miquel zum Zweiten Bürgermeister gewählt. Seine zweite Amtsperiode als Stellvertreter von OB Franz Adickes beendete Heussenstamm 1900 und ging in Pension. Sein Mandat im Wiesbadener Landtag behielt er bis kurz vor seinem Tod.

Heussenstamm galt als linksliberal, er engagierte sich für die demokratische Fortschrittliche Volkspartei. In seiner Funktion als Vorsitzender der Schulbehörde setzte sich Heussenstamm für die konfessionsübergreifende Regelschule, die zu seiner Zeit Simultanschule genannt wurde, ein. Auch seine Familienstiftung sollte zur Förderung breitenwirksamer Bildung in Verbindung mit sozialer Unterstützung eingesetzt werden: Nach ihrer offiziellen Genehmigung durch die preußischen Behörden im Februar 1914 unterstützte die Heussenstamm-Stiftung konfessionsungebunden hauptsächlich junge Volksschullehrer.

Karl Heussenstamms liberale, weltoffene Haltung, sein Einsatz für uneingeschränkte Bildungschancen und auch seine legendäre Hartnäckigkeit in Überzeugungsfragen bwirken überraschend modern und brauchbar.

Die verschwundenen Stiftungen

Eingliederung jüdischer Stiftungen in die Heussenstamm-Stiftung

Während der Zeit und in Folge der rassistischen Politik des Nationalsozialismus wurden einige Stiftungen, vor allem Stiftungsbesitz jüdischer Gründer, in die Heussenstamm- Stiftung eingegliedert: „Wir sehen heute unsere Verantwortung, das geschehene Unrecht zu benennen, uns zu erinnern und Sorge zu tragen, dass die gerade in der Stadt Frankfurt so traditionsreiche jüdische Kultur in der Arbeit auch dieser Stiftung sichtbar gemacht und weitergetragen wird.“(Prof. Dr. Felix Semmelroth, Vorstandsvorsitzender Heussenstamm-Stiftung)

Stiftungseingliederungen

1939 Heimarbeiter-Stiftung

1941 Peter-Wilhelm-Müller-Stiftung

1949 Ernst-Asch-Stiftung

1952 Roederstein-Winterhaltersche-Stiftung (Teil des Vermögens übernommen)

Heussenstamm-Stiftung heute

Kunst Bildung Soziales

Nach ihrer offiziellen Genehmigung durch die preußischen Behörden im Februar 1914 unterstützte die Heussenstamm- Stiftung konfessionsübergreifend hauptsächlich junge Volksschul- lehrer. Während der Weltwirtschaftskrise und bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs waren die Aktivitäten der Stiftung vorrangig auf die Unterstützung Not leidender Kulturschaffender und Künstler ausgerichtet. Nach 1945, im Zuge der Reorganisation der Stiftung und in den folgenden Jahrzehnten wurde neben der sozialendie berufliche Förderung von Künstlerinnen und Künstlern durch regelmäßige Ausstellungsmöglichkeiten weiterentwickelt.

Unsere Tätigkeitsbereiche sind seit der Neuausrichtung der Heussenstamm-Stiftung 2008 der gegenwärtigen gesellschaftlichen Situation angepasst und erweitert worden: Die Heussenstamm- Galerie fördert mit einem kontinuierlichen Ausstellungsprogramm regionale Künstler in ihrer beruflichen Entwicklung und als soziales Engagement in Form finanzieller Unterstützungen. Als zusätzlichen Schwerpunkt bieten wir mit den Kunst-Workshops Der Rote Punkt ein Bildungsprogramm für Kinder und Jugendliche an.

Unser Engagement zielt heute auf die Teilhabe an kultureller Vielfalt. Der Stifter
Dr. Karl Heussenstamm, der fast 20 Jahre Bildungs- bzw. Schuldezernent in Frankfurt war, hat sich für Bildung und Toleranz eingesetzt. Mit diesen Themen hat er uns ein Vermächtnis hinterlassen, das die Grundlage und Motivation für unsere Arbeit ist. Einige wesentliche Aspekte aus der wechselvollen 100-jährigen Stiftungsgeschichte möchten wir in dieser Ausstellung vorstellen.

Publikationen der Heussenstamm-Stiftung

Zur Geschichte der Heussenstamm-Stiftung haben wir bislang drei Dokumentationen veröffentlicht.

Wenn Sie interessiert sind, können Sie diese gerne von uns bekommen. Setzen Sie sich mit uns in Verbindung.

Heussenstamm-Stiftung
Geschichte, Aufgaben und Dokumentation
2010

Sabine Hock:
Dr. jur. Karl Heussenstamm
2012

Karin Görner:
Die verschwundenen Stiftungen
2012